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VWA als „Selbsterziehungsmaßnahme“

Sie ist schon ein paar Tage her, die VWA-Zeit von Ilka Kimmel, Jahrgang 1978. Unbesehen davon hat die gebürtige Lahnsteinerin das dreijährige Studium zur Betriebswirtin geprägt, weshalb sie auch 15 Jahre nach ihrem Abschluss gern der alten Zeit gedenkt.

Seit 2009 und bis heute arbeitet Ilka Kimmel in Koblenz bei der Badischen Beamtenbank, der BBBank. Das seit mehr als 90 Jahren aktive Geldinstitut ist – anders als der Name vermuten lässt – bundesweit aktiv und hat mindestens in Großstädten jenseits rheinland-pfälzischer Grenzen weitere Filialen.

Zur BBBank wechselte Ilka zu Beginn als Kundenberaterin und stieg nach drei Jahren zur Filialdirektorin auf. Zuvor hatte sie acht Jahre bei einer Volksbank gearbeitet und dort zum Schluss auch ihren Bankfachwirt gemacht hatte.

Ilka ist Seiteneinsteigerin in die Finanzwelt. Gelernt hat sie den Beruf einer Industriekauffrau. Sie suchte schon bald nach der Ausbildung für sich „möglichst in einem kleinen mittelständischen Unternehmen“ nach der Chance zum Aufstieg. „Ich wollte nicht auf der Stelle treten und mich auf die faule Haut legen. Allein mit dem Beruf und meinem Mittlere-Reife-Abschluss schien das aber nur schwer möglich.“

Beides genügte allerdings, um bei der VWA in Koblenz im Jahr 2000 in ein duales Studium einzusteigen.

Dort habe sie ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Zum einen sei es eine „Selbsterziehungsmaßnahme“ gewesen, wie sie es heute nennt, „weil man während dieser Zeit auch auf vieles verzichten musste“. Andererseits wäre dieser durchaus spürbare Leistungsdruck genau richtig für sie gewesen. Ohne den und z. B. in einem Abendstudium hätte sie wohl nicht bis zum Studienschluss durchgehalten, meint Ilka im Rückblick auf jene Zeit vor mehr als 15 Jahren. Diese Studienjahre hätten sie entscheidend geprägt, weshalb sie auch später den Abschluss als Bankfachwirtin angestrebt habe – neuerlich berufsbegleitend, „was mir zunächst auch wieder nicht so leichtfiel“.

Trotz mancher Entbehrung zu VWA-Zeiten ist hängen geblieben, dass es „eine supertolle Zeit“ gewesen sei. Geschuldet vor allem den Dozenten: „Die waren alle sehr verschieden in der Art, wie sie das theoretische Wissen an uns Studierende vermittelten. Aber alle taten das höchst praxisnah.“ Besonders diese Praktikabilität neu erworbener Kenntnisse für den parallel erfolgenden Arbeitsalltag habe sich Ilka besonders eingeprägt. 

Zudem gehörte Ilka Kimmel zu den ersten, die im neuen Campus in Metternich studierten. „Das letzte Semester haben wir dort zugebracht.“ Sie habe die deutlich besseren Studienbedingungen genossen. „Die waren bei unserem Start damals an der Uni im ersten Semester ganz anders. Da war der Hörsaal bis unters Dach und den letzten Platz belegt.“ Erst ab dem dritten Semester, als sich die Spreu vom Weizen trennte und sich die Reihen lichteten, „musste keiner mehr auf der Treppe sitzen.“

Wie nahezu jeder VWA-Absolvent büffelte Ilka auch in einer kleinen Lerngruppe Gleichgesinnter vor den entscheidenden Prüfungen. Der Kontakt untereinander habe dann noch Jahre bestanden. „ist aber irgendwann eingeschlafen. Das ist echt schade“, bedauert Ilka Kimmel, sich ihrer VWA-Zeit erinnernd, die nun schon ein paar Tage her ist.

© Rainer Aschenbrenner, Gotha, 18. November 2018
Foto: privat