Sie sind hier

Modix macht’s möglich

„Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit; wir laufen mit.“ 1877 wortdrechselte der Zeichner, Maler und Schriftsteller Wilhelm Busch (1832 - 1908) für seine Bildergeschichte vom „Julchen“ diesen Aphorismus, der wie eine Vorahnung klingt.

Zwar ist in Deutschland Schmalhans Küchenmeister bei der Breitband-Datenversorgung. Dennoch gilt Buschs Sentenz auch 140 Jahre danach und uneingeschränkt: Die Digitalisierung ist jener „Sauseschritt“ zur Industrie 4.0, zum Internet der Dinge, zu Fahrzeugen, die ohne Chauffeur auskommen.

Das braucht Bits- und Bytesbändiger wie Denis Wagner. Der gebürtige Andernacher arbeitet als Plattformentwickler bei der Koblenzer Firma Modix. Wagner, Jahrgang 1976, lernte nach der 10. Klasse zunächst Elektroinstallateur. „Das hat mir dann aber nicht so Spaß gemacht.“ Also sattelte er ein Fachabitur auf, machte 2001 seinen Fachinformatiker und kam 2004 zu Modix: „Ich begann als Praktikant und bin heute Abteilungsleiter für den Backend-Bereich. Bei uns ist eben alles möglich…“

So absolvierte er zum Beispiel ein Studium an der VWA Koblenz. Machte von 2008 bis 2012 seinen Informatik-Betriebswirt. Deshalb dort, weil er schon während seiner ersten Lehre von Kollegen nur Gutes hörte. Und erst recht, weil das VWA-Angebot berufsbegleitend war.

Als Dreingabe übernahm seine Firma auch die Kosten dafür, nachdem er seine Pläne vorgestellt hatte, die bei seinen Vorgesetzten auf Zustimmung stießen: „Das war schon hilfreich für mich.“ Zudem habe dieser Vorschuss an Vertrauen in ihn gewirkt, erinnert sich Wagner. Es habe seine Stellung im Team untermauert und zugleich seinen Ehrgeiz angestachelt. Wohl auch deshalb habe er nie die Idee gehabt, hinzuwerfen, „weil die Praxisnähe des VWA-Studiums nicht nur behauptet ist. Sie ist logische Folge, weil man die Woche über in der Firma, in seinem Beruf arbeitet. So nimmt man ganz frische Praxiserfahrungen mit in die Seminare und Vorlesungen am Wochenende.“ Trifft dort dann auf Gleichgesinnte und Motivierte. Leute, die diese Qualifizierung aus freien Stücken und fast ausnahmslos mit dem klaren Ziel machen, sich beruflich zu verbessern.

Wagners VWA-Praxis liegt nun schon fast ein Jahrzehnt zurück. Bis heute aber, so erzählt er, bestünden Netzwerke mit ehemaligen Kommilitonen, seien sie durchaus nutzbringende Kontakte für die tägliche Arbeit.

Nun ist bei kaum einer Branche weltweit der „Sauseschritt“ der Entwicklung so schnell wie in der IT. Es ist ein Wachstumsmarkt ungeahnter Größe: Als Wagner bei Modix anfing, waren es gut eine Handvoll Leute im Team. Jetzt sind es knapp 200, die weltweit über 16.500 Händler und mehr als 30 Automobilhersteller betreuen – von Europa über Asien bis nach Nordamerika.

Modix ist nach eigenen Angaben seit einem Jahrzehnt „die Nummer Eins für die digitale Vermarktung von Automobilen“, gehört zur US-amerikanischen COX-Gruppe. Kann so auf das Netzwerk und die Möglichkeiten eines internationalen Konzerns zurückgreifen und kombiniert dies mit der Flexibilität und der individuellen Betreuung eines Mittelständlers.

Das in Koblenz entwickelte Content Management System (CMS) decke „das gesamte Spektrum des Automobilvertriebs der Zukunft“ ab. Dafür sind die Rheinland-Pfälzer auch „Google Premier Partner“ – als einzige deutsche, auf den Automotivbereich spezialisierte Firma.

Fachleute sind jederzeit bei der Koblenzer Softwareschmiede heiß begehrt. Für die jüngste Niederlassung in Hamburg wird weiterhin Verstärkung von Entwicklern gesucht.

Die Arbeitsweise hat sich verändert und so ist Modix besonders flexibel geworden, arbeite daher mit Freelancern zusammen, die man auf Malta, Teneriffa oder in Indien fände, beschreibt Denis Wagner die Situation. „Das allerdings schafft eben das besondere, das spannende Umfeld, was wir hier bieten können. Wir kommunizieren und agieren weltweit.“

Das sollte auch eine Trumpfkarte sein für den Berufsnachwuchs, den man nun auch selbst auszubilden gedenkt. Modix setzt dabei auf Partner wie die VWA Koblenz. Deren seit mehr als 40 Jahren bestens bewährtes „Mittelrhein-Modell“ überzeugte Modix. Mit dieser, speziell auf Abiturienten zugeschnittenen dualen Ausbildung wollen die Rheinland-Pfälzer die eigenen Reihen stärken. Fachinformatiker sind gesucht. Die werden dann neben ihrer Berufsausbildung den VWA-Studiengang zum Informatik-Betriebswirt absolvieren, können obendrein noch den IHK-Abschluss als Fremdsprachenkorrespondent erwerben. Wagner hat sich „als lebendes Beispiel, wie gut duale Ausbildung sein kann“, dieser Sache verschrieben.

Er wird deshalb bei der IHK seinen Ausbilder machen. Damit ab 2018 Modix-Youngster auf Wagners Spuren wandeln, eigene Erfahrungen sammeln und als Persönlichkeiten reifen können: Schließlich übersetzen Absolventen das Akronym VWA nicht ohne Grund mit „Verzicht, Willensstärke, Ausdauer“.
 

© Rainer Aschenbrenner, Gotha, 11. Dezember 2017
Foto: Modix